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RDA-Workshop 2016 hoch 2

Diese Messe ist alternativlos

Nach der Messe ist vor der Messe: Der RDA-Workshop in Köln ist die bedeutendste Fachmesse der internationalen Bus- und Gruppentouristik. 2016 wird es erstmals zwei Workshops geben. Gerd-Niels Wötzel, Herausgeber von gruppenreisen-clicks.de, im Gespräch mit Annette Sperling.

Die Marketing-Spezialistin war als Projektleiterin die RDA-Workshop Touristik-Service GmbH für den 41. RDA-Workshop (21- bis 23. Juli 2015) verantwortlich. Ende Oktober hatte sie sich aus persönlichen Gründen in gegenseitigem Einvernehmen von der WTS, der 100prozentigen Tochter des Internationalen Bustouristik Verbandes RDA, getrennt. Zuvor äußerte sie sich uns zu den Perspektiven der Messe.

 

Gerd-Niels Wötzel: Welche Stellung hat der RDA-Workshop in und für die Bus- und Gruppentouristik?

Annette Sperling: Der Workshop ist für die Bus- und Gruppentouristik ohne Alternative. In dieser Form ist er weltweit einzigartig. Der enge persönliche Kontakt der meisten Aussteller und Besucher macht ihn so einmalig und sichert seine überlegene Netzwerk-Funktion. Hinzu kommt die beispiellose Branchenübersicht mit 900 Anbietern, die rund 40 europäische und außereuropäische Urlaubsländer präsentieren.

Traditionellen RDA-Abend zum Finale des zweiten Workshop-Tages im "Zims" in der Kölner Altstadt – Annette Sperling im Gespräch mit Ausstellern und Besuchern

Gerd-Niels Wötzel: 2016 gibt es erstmals einen Doppelpack: einen zweitägigen Frühjahrsworkshop Anfang April in Friedrichshafen und den traditionellen dreitägigen Workshop im Sommer in Köln. Welche Gründe führten zu dieser Entscheidung und für den durch die EUROBIKE bekannten Standort Friedrichshafen?

Annette Sperling: Damit entsprechen wir den Wünschen und Anregungen der Aussteller und Besucher nach einer frühen Einkaufsmöglichkeit im Jahr auf Workshopniveau. Da immer mehr Rundreisen, Flugreisen, Studienreisen und Kreuzfahrten früher im Jahr gebucht werden, können die Gruppenreiseveranstalter durch den Einkauf im April besser auf diesen Nachfragetrend reagieren. Friedrichshafen im Dreiländereck verspricht außerdem kurze Anreisewege für Aussteller und Besucher aus Süddeutschland, der Schweiz und Österreich.

Gerd-Niels Wötzel: Welche Zielgruppen – als Aussteller und als Fachbesucher – soll die Messe in Friedrichshafen ansprechen und welche Bedingungen müssen Aussteller erfüllen?

Annette Sperling: Wir erwarten naturgemäß deutlich mehr Aussteller und Fachbesucher aus Süddeutschland, der Schweiz und Österreich. Der Workshop in Friedrichshafen ist nur in Verbindung mit Köln buchbar. Das bedeutet: in Friedrichshafen kann nur ausstellen, wer auch den 42. RDA Workshop 2016 in Köln bucht. 2016 öffnet sich der RDA-Workshop auch für Nicht-RDA-Mitglieder, dies allerdings zu höheren Standgebühren.

Messe Friedrichshafen: Der Fach-Marktplatz der Fahrradbranche wird im April 2016 Plattform der Bus- und Gruppentouristik

Gerd-Niels Wötzel: Mit wie vielen Ausstellern und Besuchern rechnen Sie am Bodensee?

Annette Sperling: Wir gehen davon aus, im ersten Jahr ca. 200 Aussteller gewinnen zu können. Zu der Anzahl der Besucher kann ich naturgemäß noch nichts sagen. Allerdings sind wir der Meinung, dass nicht die Quantität der Besucher entscheidend ist, sondern die Qualität. Und hier hat der RDA-Workshop mit seinem traditionell großen Anteil von Entscheidern die Nase vorn.

Gerd-Niels Wötzel: Die Frage des Workshop-Termins ist fast so alt wie die Veranstaltung selbst und wird immer wieder diskutiert, 2106 wird die Kölner Veranstaltung um rund drei Wochen auf Anfang Juli vorverlegt. Ist das der richtige Temin?

Annette Sperling: Viele Aussteller äußerten sich spontan positiv zu der Entscheidung, dass es künftig zweimal im Jahr heißt: Es ist Workshoptime. Auch die beiden frühen Termine wurden begrüßt. Der Workshop in Köln findet damit nämlich vor den Sommerferien der Haupteinzugsgebiete statt.

Gerd-Niels Wötzel: Eines der Probleme vieler Messen – nicht nur des RDA-Workshops – ist der verflixte „letzte Tag“ mit einem deutlichen Abflauen der Besucherzahlen, was in diesem Jahr besonders stark bemerkbar wurde. Mit der Folge, dass eine Reihe von Ausstellern trotz angedrohter Konventionalstrafe vorzeitig ihre Stände räumten und abreisten. Mit welcher Strategie will der RDA-Workshop diesen Teufelskreis durchbrechen? Wie wird der 2016er Workshop und vor allem der Schlusstag belebt?

Annette Sperling: In diesem Jahr wurden die Aussteller, die vor dem offiziellen Ende abgebaut haben, registriert und unmittelbar abgemahnt. In 2016 wird erstmals die RDA-Mitgliederversammlung am Ende des 3. Messetages stattfinden. So lassen sich zwei wichtige RDA-Veranstaltungen optimal verbinden. Mit dieser Lösung berücksichtigen wir die engen Zeitbudgets vieler Mitglieder, wollen so aber auch weitere Anreize geben, bis zum letzten Messetag zu bleiben.

Gerd-Niels Wötzel: Viele Aussteller klagten über mangelnde Besucherzahlen. Bekanntlich ist die Zahl der Busunternehmen seit Jahren aus mehreren Gründen – Marktaustritte, Konzentration, Zusammenschlüsse – rückläufig. Welche Zielgruppen will der Workshop künftig verstärkt ansprechen: Neben professionellen Gruppenreiseveranstaltern, selbstveranstaltenden Reisebüros, evtl. Verbände und mehr Profis aus dem europäischen Ausland?

Annette Sperling: Ich könnte es mir jetzt einfach machen und sagen, ja genau, in dieser Reihenfolge… Denn eben diese Zielgruppen sprechen wir seit geraumer Zeit verstärkt an. Wir wollen den Workshop insgesamt internationaler machen und breiter aufstellen. So freuen wir uns, dass in diesem Jahr die EACT European Alliance for Coach Tourism oder Vertreter von GPN Global Passenger Network, auf dem Workshop getagt haben.

Gerd-Niels Wötzel: Frau Sperling, herzlichen Dank für das Gespräch

Fotos: Archiv, RDA, Messe Friedrichshafen GmbH

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